"Die großen Visionen sind alle kaputt!"

         Aber stimmt das?

Visionen sind nötig, denn der Mensch sucht ohne Ziel keine Mittel.

Und fragen wir danach, was das WICHTIGSTE sei, damit der Mensch in Ruhe leben/denken kann, so lautet die Antwort "FRIEDEN".

Diese Antwort ist schwierig genug, denn sie enthält viele Fragen.
Bescheidener könnte man "
Waffenstillstand" fordern und neue Konflikte vermeiden.

Wenn es den Menschen gelänge, Fortschritte in der Konfliktvermeidung zu erreichen, Fortschritte also in der Diplomatie, so wäre das sicherlich das wertvollste Patent.

Es gibt eine Menge davon, aber die  DIPLOMATEN  sind schlecht unterrichtet und  die  POLITIKER  häufig  noch schlechter.

DIPLOMATIE  sollte mehr als ein "Roter Teppich" sein, der den Frieden kaum sichert, solange man darauf steht.

Es geht vor allem um Verhaltensweisen für Krisenzeiten. Dazu ist vieles erforscht, aber die "Entdeckungen" bleiben akademisch und finden nicht den Weg in die Politik.

Dafür gibt es Gründe:

1. Politiker kommen mit dummen Parolen weiter, woran wir nicht unschuldig sind.

2. Krieg wird noch immer als "Ultima Ratio" und "Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln" verstanden, was er nicht ist, sondern im Gegenteil: Versagen von Ratio und Politik. 
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3. Es wird noch immer an Konflikten verdient, woran wir nicht unschuldig sind.

Wir sollten darauf achten, dass Friedenswissen nicht zur "Verschlusssache" gerät, denn solange am Krieg verdient werden darf, haben Friedenspatente keine Konjunktur.

Wichtig wären also Patente, die der Rüsterei ein Ende setzen, dass niemand an Waffen und Krieg gewinne.

Politische Patente sind keine "Wunderformeln", sondern heißen "Gesetze". 

Wenn es an ihnen fehlt, dann sollten sie gemacht werden und international und überwacht und bestraft, wer dagegen verstößt.

Das 1. Gesetz sollte lauten und ist nur Appell: 

Wer  selbst  die  "Superwaffen"  bastelt, hortet  und/oder weltweit damit Handel treibt, ist ohne Moral und  hat sie nicht anderen  zu verbieten, denn das wäre wie ein Drogendealer, der seinen Marktplatz von Konkurrenz zu säubern versucht.

Die Friedenspatente/Friedensgesetze sind gar nicht so kompliziert zu verfassen, aber sie werden nicht kommen, wenn die Menschen nicht darauf bestehen, sie werden nicht halten, wenn die Völker nicht zusammen finden in internationaler Solidarität.  

Wessen Solidarität? Eine Solidarität möglichst vieler, ob "von oben", ob "von unten".  Und auch mit dem Feind, denn kein Frieden kann dauerhaft einseitig sein.

Das Patentrezept gegen den Krieg lautet Interessenausgleich und das kann man im FRIEDEN besorgen.

Interessenausgleich bedeutet Schaffung von mehr Gerechtigkeit, Schaffung von mehr Bildung, Schaffung von mehr Hilfen zur Selbsthilfe und kollektive Hilfe für Menschen und Länder in Not.

Patente Gesetze, die der Menschheit zu Berechtigung auf den Reichtum unserer Erde verhilft, sie nicht unter Verletzung ihrer Würde auf bloße "Kaufkraft" reduziert und gegebenenfalls verhungern lässt.

Schaffung eines Rechtes, das Wissen und Anwendung nicht in Patentkammern verschließt, denn das Wissen gehöre zwar dem Erfinder und er soll auch daran verdienen, aber es gehöre nicht dem Einzelnen allein, sondern verpflichte sozial, wie das Eigentum allgemein sozialpflichtig ist, denn die Gemeinschaft schützt das Eigentum und die Ordnung, in der sich Wissen und Reichtum bildet und genutzt werden kann.

Die ungeheure Privilegierung des Wissens ist eine Folge staatlicher Politik für Dividenden der Konzerne und "Erfindungen" werden zu deren Privileg nicht einmal immer, weil sie schlauer wären als der einzelne Mensch, sondern aus der Fähigkeit heraus, sich das Recht zu erkaufen, denn wer kann Prozesse führen mit kleinem Geld.

Wenn das Wissen zur WARE wird, so wird es vorenthalten, wenn die Kaufkraft fehlt.

Wenn das Wissen vorenthalten wird, so wird es auch zum Verbrechen gegen die Menschlichkeit, denn der Mensch wurde zum Menschen, weil er sein Wissen mehrte, das sich der Gemeinschaft nicht verschloss,
zum Verbrechen gegen die Menschlichkeit auch deshalb, weil viele Menschheitsprobleme heute dadurch entstehen, dass die Konzerne unsere Bedürfnisse gegen die Natur definieren  und uns in Abhängigkeit bringen, aus der wiederum oft nur helfen kann, was ebenfalls "künstlich" ist.

Übertrieb der Sozialismus die Sozialpflichtigkeit auch der Wissenspatente, so untertreibt der Kapitalismus die Sozialpflichtigkeit des Wissens durch ungerechtes Recht. 

Der Mensch aber ist beides:  "Individuum  und  Gesellschaft" (das war kein Schreibfehler) und beides ist einander in gleicher Weise verpflichtet. 

Alle Schlussfolgerungen für die Kultur, Wirtschaft und Politik sind aus dieser Dualität des menschlichen Seins zu ziehen, sonst verkommt sein Verhalten und unsere Welt.

msr (alter Text, vor 2001)   prinzipieller >> Vision          DISKUSSION

Visionen sind pragmatisch, denn ...      Illusionen    TRAUM      Zukunftsforschung      www.Initiative-Dialog.de