"Frieden schaffen mit UNO-Waffen"

Tja, dieser Spruch kommt bei vielen netten Leuten leider nicht gut an, die auf die friedensschaffende Wirkung von Wohltaten und guten Argumenten hoffen, als besage ihnen nicht die eigene Alltagserfahrung, dass sich gegen Räuber und andere Bösewichte mit Nettigkeit wenig ausrichten lässt. 

"Frieden schaffen ohne Waffen" ? 
Gewiss, die Guten machen mit - und es versuchen muss man immer, aber wenn es nicht klappt, dann scheiden sich die Geister in drei Fraktionen: 
Der 1. Fraktion ist es weniger wichtig, wie ihnen geschieht, weil sie auf ein ihnen wichtigeres Leben im Himmel hoffen - und sich Vergebung wünschen, wie sie ihren Peinigern vergeben. 
Der 2. Fraktion ist nur wohl, wenn sie die Waffe unter dem Kopfkissen haben, obgleich es in Staaten mit Bürgerbewaffnung deutlich mehr Morde aus lächerlichen Gründen gibt.
Die 3. Fraktion hofft darauf, dass eine effiziente Justiz und Polizei viel verlässlicher ist als es jegliche Selbstverteidigung sein kann, zumal jeder Mensch 

Der letztgenannten Fraktion gehöre ich an - und lege Wert darauf, dass Polizei für Sicherheit sorgt, dass Streitigkeiten nicht mit Waffen ausgetragen werden, sondern vor Gerichten.

Genau das ist der Ansatz, der mit UNO-Pazifismus entwickelt wird, dass die internationalen Interessenkonflikte wie zwischenmenschliche Konflikte nicht mit Waffen der Streitparteien ausgetragen werden dürfen, sondern wie es die UNO-Charta verlangt, vom Weltsicherheitsrat entschieden werden. 

Aber damit das funktioniert, müssten die Streitkräfte der UNO stärker als die Streitkräfte der Konfliktparteien sein. Und alles wäre glimpflicher, wenn die Nationalstaaten möglichst nur noch Polizei und keine eigenen Militärs mehr haben. 

Dass es ein längerer Weg zum materialisierten UNO-Gewaltmonopol des Artikel 51 ist, liegt zunächst mal daran, dass er vielen Menschen überhaupt nicht bewusst ist, folglich auch nicht von der Politik beschritten wird, denn die Politik ist in die Eigenbewaffnung ganz ähnlich vernarrt wie es für geistlose Waffennarren typisch ist, dass sie sich mächtiger fühlen, je bewaffneter sie sind.

Das Prinzip des Pazifismus lautet: Wenn zwei sich streiten, müssen dazu berufene Dritte nach Recht und Gesetz entscheiden. Wie im Staat, so in der Welt. . 

Markus S. Rabanus 2017-07-17


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