Vergangenheitsbewältigung

Die Geschichte aufklären, aber den Menschen nicht in seiner Geschichte verhaften, denn:

Besserung verlangt nach Vergebung, damit Geschichte als Vergangenheit Gegenwart wird und die Gegenwart nicht Vergangenheit bleibt, denn das führt zu neuer Ungerechtigkeit und zur Leugnung von Geschichte.

Sven20060814     Kontext >> Grass und das späte Geständnis

weitere Thesen >> Schuld, Kollektivschuld, Historisches Unrecht 

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Ich habe mit Tanjas Posting eher das Problem, dass mir ihre Anliegen im Nebel bleiben.

Der Eingangstext gefällt, weil er den Prozess der Selbstverklärung auf viele Menschen zutreffend beschreibt. 
Aber missfallend ist mit die Ungnade des Vorwurfs, dass Menschen ihre Geschichte schönen, denn damit wird eine Chance vertan, die zugleich in solcher Art Beschönigung liegt, dass es auch ein Distanzierungsversuch gegenüber dem faschistischen Regime darstellt.
 
Es liegt eine vollständig anders zu bewertende Art der Beschönigung vor, wenn jemand sich zum Widerstandskämpfer hochstilisiert im Vergleich zu solchen Strolchen, die Verbrechen schönreden.

Das Geständnis eigenen Versagens ist eine Selbstanklage. Solches verlangt der Strafprozess schon nicht und dies aus gutem Grund. In der Politik wird es damit kaum anders sein. >> "Es sollte", aber mehr als Appell kann das nicht sein.

Sven 

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