Querfront ?

Als Querfront wird das taktische Zusammenwirken von sich  gegensätzlichen politischen Strömungen verstanden, um einen vermeintlich "gemeinsamen Feind" effizienter zu bekämpfen. 

Querfront-Denken feiert insbesondere bei Rechtsextremisten regelmäßige Wiederkehr, um mit "antikapitalistischen" Parolen in die personalen Sphären von Linksextremisten vorzudringen und dortiges "Revolutionspotential" abzugreifen. 

Aber Querfront-Denken findet sich auch bei bürgerlichen Politikern, die mit jederlei Ganoven-Regime gemeinsame Sache machen, um einen vermeintlich "gemeinsamen Feind" effizienter zu bekämpfen.

Querfront-Denken ist abzulehnen, weil sich Teufelchen nicht mit Teufelchen austreiben lassen.

Oder anders gesagt: Wer sich mit Teufelchen verbündet, um andere Teufelchen zu bekämpfen, wechselt sich nur die Teufelchen aus.

Oder anders gesagt: Wenn sich Feindschaften verbünden, gibt es nicht weniger Feindschaft, sondern nur potenzierte Feindschaft.

Wonach jedoch immer gesucht werden sollte: Mit jedem Feind das Maximum an Bündnis gegen die Feindschaft an sich zu vereinbaren, denn nur aus solchen Verträgen sind die Fesseln für die Feindschaft.  

sven

BeitragVerfasst am: 02.03.2005 22:58   Titel: Querfront vs. Querfront Antworten mit Zitat 

Incubator hat folgendes geschrieben::
(an Gandalf) Du kannst wohl kaum für dich sprechen, wenn du das Wort "uns" benutzt.

Der wahre Mensch vermag im Unterschied zum fiktiven (völkischen) Hordentier das Ich und Uns verbinden oder trennen, wie es passt.

Du erklärtest "uns" in einem Posting für "schlau genug, für sich selbst zu sprechen", aber dann brauchst du "uns" auch nicht im Widerspruch zu vertreten, denn beispielsweise ich schließe mich Gandalfs Kritik an und finde es bedauerlich, solltest du dich derart empören, wie es deine Reaktion auf ihn Anschein macht.

Incubator hat folgendes geschrieben::
Und wenn du schon deine eigenen Beiträge liest.. lies auch mal die wo du "Mädel" dafür lobst, dass sie offen und ohne Phrasen zu benutzen, dazu steht rechts zu sein... und dann ein paar Beiträge später "mich" kritisierst weil ich sie als rechts bezeichne?

Frauen sind mir ohnehin ein Rätsel, Mädel umso mehr: einerseits schockte sie mit typisch rechtsextremistischen Pauschalisierungen gegenüber Antifaschisten und Aussteigerprojekten, derer es eben doch bedarf, auch wenn vieles nicht funktioniert, sondern hyperventiliert, andererseits ist sie mit vielen Beiträgen so dicht am Leben und zwar schützend für jeden, so dass es den Weg in Hass und Feindschaften sperrt, also Konflikte humanisiert, Diskussionen versachlicht und somit demokratisiert.

Wenn sich Mädel mit solch Verhalten "rechts" durchsetzen kann, so ist mir das ebenso lieb, wie wenn sich jemand "links" damit durchzusetzen versteht, dass nicht jeder Halbwüchsige, der sich dummfrech "Führer" nennt, für die Taten Hitlers verantwortlich gemacht werden kann und in die Luft zu jagen sei, um weiteres Unrecht zu hindern.

Ich mag keine "Moorhuhn-Spiele" in der Politik. Und dagegen könnte ich mit Mädel mühelos "uns" vertreten, also "Querfront" i.S.v. Scharfsinn gegen die blind machende Scharfmacherei, während mir jede bloß "taktisch-strategische Querfrontelei" so widerlich friedens-, also menschenverräterisch ist, wie jeder Teil dessen für sich.

So möchte ich es auch mit dir halten und rate jedem dazu, damit im Schützengraben verkehrten Denkens nicht das Denken insgesamt begraben wird, denn so beschreibt sich oft genug und exakter das Wesen des Krieges: die Fortsetzung politischer Unfähigkeiten mit massenmörderischen Mitteln, die also auch die Friedlichen treffen.

Das gilt innenpolitisch nicht minder, wie es Terrorismus und Bürgerkriege zeigen.

Also immer locker genug bleiben, je ernster dir ist, damit nichts verkrampft und Korrekturen ermöglichen.

Grüße von Sven               DISKUSSION

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