Lebensraum      Zentralbegriffe der NS-Propaganda
 
Was der Nationalsozialismus als Lebensraum anpries, wurde zum Friedhof für weit mehr als 30 Millionen Menschen allein im Osten.

Der naturwissenschaftlich bedeutsame Begriff Lebensraum fand durch Schriften ("Der Lebensraum, 1901)  von Friedrich Ratzel (1844-1904) zunächst unspektakulär Eingang in die politische Diskussion,  wurde dann jedoch von Nationalisten und Kolonialisten zunehmend genutzt.  

Das NS-Regime suggerierte mit dem botanisch-zoologischen Begriff  "Lebensraum" die Legitimität von Eroberungskriegen.

Vor allem Osteuropa wurde zum "natürlichen Siedlungsgebiet" erklärt.

Österreich und Tschechoslowakei waren schon kassiert, im März 1939 war Polen aufgefordert worden, Danzig zu übergeben und einen deutschen Autobahn-Korridor dorthin zu gestatten, was Polen ablehnte.


Am 23.05.1939 trug Hitler den Wehrmachtsgenerälen seine Angriffpläne vor. Wieder sprach er von "Lebensraum im Osten". Nun sollte es losgehen. Die Generalität war sich nicht so sicher, aber bisher hatte alles "geklappt" und am 1.September 1939 schlug die Wehrmacht zu >> Zweiter Weltkrieg

Der Wehrmacht oblag es, die Gebietseroberungen zu besorgen.

SS-Verbände folgten in die besetzten Gebiete und ermordeten Hunderttausende Zivilisten, 
insbe
sondere Juden und Roma.

Nach den Vorstellungen der Nazis sollten die Deutschen als "arische Herrenmenschen" diese  "Lebensräume" besiedeln.  Den unterworfenen Völkern würde ein Sklavenstatus beschieden sein.

Was der Nationalsozialismus als Lebensraum anpries, wurde zum Friedhof für weit mehr als 30 Millionen Menschen allein im Osten.
  

 >> Generalplan Ost

Vertiefung im Web:
www.dhm.de/lemo/html/weimar/wegbereiter/lebensraum/ 
 

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