unfertig oder verworfen

AuBio AuaBio AutoBio 

Autobiographisches

In Dortmund geboren, als viertes Kind aus christlichem Elternhaus
welches ich irgendwie politisch überholen musste, zunächst aktiv mittels multikultureller Jugenzentrum-Initiative, DFG/VK und Schülersprecherei, 
sodann durch genauere Beobachtung und Gesprächen mit Diplomaten damaliger MBFR-Verhandlungen schockiert in Richtung Immanuel Kant marschiert, 
was sich wiederum mit dem rigorosen Antimilitarismus der DFG/VK und meines Elternhauses nicht vertrug, 
zugleich weiter nach links gewandert, meine Erwägungen bei Marx und Engels reflektierter geglaubt, 
zugleich mehr und mehr mit Moskau solidarisiert und mich auf den gefährlichen Antagonismus des Ost-Westkonflikts eingelassen, 
studi-politisch in der "Aktionsgemeinschaft von Demokraten und Sozialisten" plus Mitgliedschaft in der vermeintlich revolutionären 1%-Arbeiter- und Bauernpartei Westberlins, 
somit im organisierten Schulterschluss mit der "real-sozialistischen" Supermacht und ein bisschen in Moskau studiert, 
viel in DDR sowieso, CSSR, Polen usw., 
andererseits stets des Subjektivismus verdächtigt oder "ML noch nicht richtig verstanden" zu haben, wenn mein Anliegen war, ruhig auch mal fairer in Bündnissen zu sein, Völkerrecht und Menschenrechte ernster zu nehmen oder gar mal eine Gegenthese zu erwägen, weshalb mir Gorbatschow mit seinem Spruch zum sozialistischen Pluralismus schon einen großen Schritt entgegenkam, dem allerdings viele nicht folgten, wie auch ich nicht in meiner studiverbands-internationalen Funktion blieb, weil meine Sprüchlis wie "Diplomatie und Hetze sind Gegensätze" nicht hinreichend dem "Klassenstandpunkt" entsprächen, obgleich das "Letzte Gefecht" seit spätestens 6.August 1945 niemandem mehr wünschenswerte Option sein konnte,  
bis derlei verdient und sämtlich - und mehr - in die Tonne der Geschichte fiel. 

Nach 89 war ich dann einer der selteneren Exemplare, die in meinen Kreisen Aufarbeitung verlangten, aber wer dazu neigte, neigte auch eher dazu, aus den Kreisen möglichst ohne Vergangenheit zu entfleuchen, weshalb ich eines der selteneren Exemplare bin, die sich eigener Dummheiten bekannten, was in meinem Fall aber auch so anstrengend nicht war, weil berufsbedingt weniger abhängig von schlichten Gemütern oder von nachtragender Öffentlichkeit, wie es allerdings beschert gewesen wäre, wenn ich weiterhin Parteien durch Mitarbeit und sicherlich auch durch Funktionäres beglückt hätte.
Denn Aufrichtigkeit ist vielen Dämlichen eher bloßer Profilierung verdächtig, obgleich sie erkennen müssten, dass Selbstkritik im politischen Streit für Kritiker gefundenes Fressen ist, also eigentlich nur persönliche Aufforderung sein kann, aus Selbstkritik für laufende Konflikte mehr Bescheidenheit zu praktizieren. Jedenfalls so ein Credo, auch wenn vieles arg unbescheiden klingt, aber ich weise oft, oft darauf hin, dass ich nicht das Ende der Weisheit bin oder überhaupt sein möchte, denn das wäre äußerst bitter.

Im Jahr 98 fand ich mich endlich im Internet zurecht und fasste es sogleich als paradiesisch auf, fortan nicht mehr nötig zu haben, Menschen mit meinen Überlegungen auf die Nerven zu gehen, sondern sie einfach ins Internet zu stellen - und wer es nicht mag, mag weg sehen. 

Mit der Initiative-Dialog wurde es dann recht erfolgreich und in Zusammenschau aller Bereiche gehörten unsere Seiten und Foren zu den meistgelesenen Polit-Webs im deutschsprachigen Internet. Zumindest kam es mir so vor ;-) Nein, die Serverstatistik war schon ziemlich gut und auch das Medien-Echo
Allerdings scheiterte das Projekt an diversen Mängeln ab 2009 zusehends. Keine Rangfolge, aber von Belang war, 
- dass ich auf keinen Fall eine Vereinsform wollte und dadurch eine redaktionelle Vormacht innehielt, die sich mit emanzipierten Mitwirkenden nicht dauerhaft machen lässt, 
- dass die Mitwirkung für alle Aktiven überaus kraftzehrend war, denn "Dialog" war nicht bloß Label, wie es sich jeder ans Jackerl macht, sondern Dialog mit Feindseligen, mit Extremisten, Dialog mit dem Anspruch, ihnen mit argumentativ leicht verständlichem und zugleich persönlich glaubwürdigem Humanismus die Gehirne zu waschen. Das gelang uns vielfach. Und war auch nicht billig, denn wir brachten Extremismus-Aussteiger unter und konnten einigen ins zivilisierte Leben rückführen. Jedenfalls war es anstrengend genug, dass viele Mitwirkende einfach nicht mehr konnten und ich eigentlich auch froh war, als der Erfolg nachließ. 
- Das hatte allerdings auch andere Gründe, 
a) denn wir hatten aus Sparsamkeit immer nur OpenSource-Foren, über deren Support-Community Gegner unserer Projekte häufig schneller als wir über Sicherheitslücken informiert waren und unsere Foren hackten, deren Diskussionen wir obendrein in besonderer Weise mit unseren Webseiten über Begriffe verlinkt hatten - und alle Links gingen ins Leere, wenn eine exakte Foren-Wiederherstellung misslang. Oder alle Autoren waren vertauscht, Umlaute oder sonstige Buchstaben durch Zufallszeichen ersetzt, so dass nur noch Datenmüll war.
b) Durch "Soziale Netzwerke" lief uns das Publikum weg, denn das hatten sie uns allemal voraus, dass sie dem Anspruch auf Selbstbestimmung stärker genügen als wir mit unserer erforderlich autoritären Moderation, denn wir konnten uns nur deshalb Postings mit "Sieg Heil!" gefallen lassen, weil wir dann daraus einen Pranger gegen die Dummheit machten. zumal auch der bekloppteste Neonazi irgendwie mitbekommen haben muss, dass seinen Idolen weder "Sieg" noch "Heil" beschieden war, sondern die Nürnberger Prozesse und Deutschland das schlimmste Schand-Erbe. 

Je nach IniDia-Bereich brauchten sich bei uns Extremisten nicht mehr vergeblich zu versuchen, denn fortan hatten sie es leichter, in Twitter, Facebook & Co. ihren Hass unter das Volk zu bringen, ohne dass ihnen die eigene Propaganda als Bumerang humanistisch um die Ohren flog. 
Nazis, türkische, kurdische, israelische, palästinensische Nationalisten, Evangelikale, Islamisten, Zigeuner"-und Schwulen-Hasser - niemand musste sich mehr mit uns rumplagen, sondern konnte sich seine in Sozialen Netzwerken seine "Freunde" und "Feinde" aussuchen. So betrachtet, wäre auch eine bessere Foren-Software keine IniDia-Rettung gewesen, allerdings schade. 

c) Ein weiterer IniDia-Fehler war der Versuch, die Themenbereiche miteinander zu verbinden, denn die vorherige Abgeschiedenheit der Projekte hatte den Vorteil, auf spezielle Probleme oder Konflikte speziell Interessierten interessanter zu sein, während mit Zusammenlegung der Foren der Eindruck entstand, nun müsse man sich auch noch mit anderen Thesen identifizieren, die kaum weniger strittig sind. 

Mein Beweggrund war aus meinem Überblick (*Prahl*), dass jeder IniDia-Spezialbereich einem Schlachtfeld glich, auf welchem die Kontrahenten sich und ihren Konflikt für den Nabel der Weilt hielten. 

Mein Anliegen war, durch die Zusammenlegung in ein strukturiertes Forum zu zeigen, dass die Welt einerseits deutlich mehr Probleme und Konflikte - einige sehr viel wichtigere - hat als die Aktivisten für wichtig hielten - und dass andererseits vieles mit vielem Ähnlichkeit oder Zusammenhang hat und mehr Nüchternheit für die Bedeutung des eigenen Problems/Konflikts angebracht ist. 
Theoretisch halte ich mein Motiv für "absolut richtig", aber halt auch "absolut", denn abgehoben von den Motiven der Aktivisten, die eben ihre eigenen Themen-Verkettungen haben und sich nun seitens der IniDia in aufgedrängten Ketten sahen. 
Und ich kann es verstehen, denn wem das Leid der Tiere am Herzen liegt, mag sich nicht zwangsläufig auch mit dem Problem befassen, was aus dem Dreißigjährigen Krieg für Euopa und die Menschen-Welt zu lernen sei. 

Stand heute 2017: Irgendwann zog es auch mich zu Facebook & Co., aber da dort bloß unstrukturiert für die Flüchtikeit konzipiert, weil eben seitens der Aktionöre ausschließlich an Ausspähung unserer Probleme und Interessen zwecks "personlisierter" Werbung interessiert, wendete ich mich dann doch wieder verstärkt den IniDia-Webseiten zu, denn nur auf unseren alten Seiten erscheinen sich mir unsere Überlegungen zu erhalten und nachzubessern. Auch deshalb wurden einige IniDia-Gruppen bei Facebook & Co. reanimiert, wenngleich kaum mit Erfolg, wie an der Atomenergie-FB-Gruppe zu sehen oder auch der Schweigsamkeit der FB-Gruppe zum einst größten Projekt www.Zigo.de   

"Woher das Geld für die Projekte?" Keine Spenden, keine Subventionen, also privat finanziert, ist ja auch nicht mehr so teuer wie in früheren Zeiten. Hauptsächliche Einnahmequelle zur Eigenwirtschaftlichkeit unserer  Internetaktivitäten ist der Verkauf von werbetauglichen Domains, gelegentliche Euros aus Werbebannern und Urheberrechten an eigenen Fotos und Texten, wenn der Abnehmer sie für gewerbliche Zwecke braucht. 

"Beruf verfehlt?" - Eher nicht, denn was ich beruflich mache, ist immerhin interessant genug, lässt im Unterschied zu meinen Internetaktivitäten Phantasie auch direkt mal Wirklichkeit werden und beschreibt sich als "beratende, gestaltende und verwaltende Tätigkeit mit immobilienwirtschaftlichem Schwerpunkt. - Gutes Gewissen habe ich auch, denn wir zahlen übertarriflich, hetzen niemanden durch den Werktag, erhöhten mehr als zwei Jahrzehnte niemandem die Mieten, obgleich sich die Kosten mehr als verdoppelten, was sich rechnen lässt, wenn keine zu krassen Fehler - und weil es billiger ist, sich als Hobbyfilousow zu vergnügen 

Beantworte ich noch ;-)  Und ich hatte grad den Zwischenstand nicht abgespeichert meinen PC ausgeschaltet. Im Moment keine Lust, den Sermon nochmals zu schreiben ;-)

Und so wichtig ist er ja auch nicht.  the world is ...

Markus S. Rabanus 20170422    

ps: Kritik betreffend bitte nur, wer auch von sich preisgeben mag, was ihm nicht gefällt. 

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