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Gemeinsame Pressemitteilung des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung und des Robert Koch-Instituts

28.04.2004

Neuauflage der Broschüre "Krebs in Deutschland"

Im Jahr 2000 wurden in Deutschland bei Männern ca. 200.000, bei Frauen ca. 195.000 Krebserkrankungen festgestellt. Davon erkrankten rund 183.000 Männer und 175.000 Frauen erstmalig an einer Krebskrankheit. Nach der neuen Schätzung der Dachdokumentation Krebs im RKI hat die Zahl der pro Jahr erkrankenden Frauen gegenüber der letzten Schätzung für 1998 um 1,7 Prozent abgenommen, die Zahl der erkrankten Männer dagegen um 7,4 Prozent zugenommen. Diese und weitere Ergebnisse der bevölkerungsbezogenen Krebsregistrierung in Deutschland liegen jetzt in der vollständig überarbeiteten 4. Ausgabe der Broschüre "Krebs in Deutschland" vor.

"Krebs in Deutschland" wird herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft bevölkerungsbezogener Krebsregister in Zusammenarbeit mit dem Robert Koch-Institut und unterstützt vom Gesamtprogramm zur Krebsbekämpfung im Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung. "Es ist sehr wichtig, dass inzwischen zunehmend mehr Krebsregister mit ihren Daten zur Schätzung beitragen", betont Ulla Schmidt, Bundesministerin für Gesundheit und Soziale Sicherung. "Krebsregister sind unverzichtbar, um Informationen über die Verbreitung von Krebs zu gewinnen und Basisdaten u.a. für die Suche nach Ursachen von Krebs oder für die Bewertung von Versorgungsmaßnahmen wie zum Beispiel für die Mammographie zu erhalten."

Das RKI geht bei seiner Schätzung schrittweise vor: Zunächst wird aus saarländischen Daten und dann aus Daten weiterer vollzählig erfassender Krebsregister die Zahl aller jährlich auftretenden Krebserkrankungen geschätzt. Zu den wichtigsten Krebslokalisationen liegen Erkrankungszahlen für jedes Einzeljahr zwischen 1990 und 2000 altersgegliedert vor. An Stelle der Zahl aller erstmals an Krebs erkrankten Personen wurde in der neuen Schätzung die Zahl aller jährlich aufgetretenen Krebserkrankungen angegeben. Die Zahl der Erkrankungen ist stets größer als die Zahl erstmals Erkrankter, da dieselbe Person von einer 2. oder 3. Krebskrankheit betroffen sein kann. Ein direkter Vergleich mit vorangegangenen Schätzungen ist daher nicht ohne weiteres möglich.

Beinahe die Hälfte der Zunahme erstmals an Krebs erkrankter Männer ist auf die steigende Zahl entdeckter Prostatakrebserkrankungen (40.650) zurückzuführen, die häufigste Krebserkrankung bei Männern.

Mit 47.500 Erkrankungen im Jahr 2000 bleibt der Brustkrebs die häufigste Krebskrankheit der Frauen. Beim Prostatakrebs und beim malignen Melanom der Haut dürfte die Zunahme der Erkrankungen vorrangig auf verstärkten Anstrengungen bei der Früherkennung und (beim malignen Melanom) auch auf der vollzähliger werdenden Erfassung in weiteren Krebsregistern beruhen.

Neben bundesweiten Daten sind auch die Ergebnisse der Krebsregistrierung in den Bundesländern und des Kinderkrebsregisters aufgeführt. Für 21 Krebserkrankungen sind auf circa 100 Seiten Erkrankungsraten, Alters- und Geschlechtsverteilung, Überlebensraten und Risikofaktoren dargestellt. "Krebs in Deutschland" kann über die Krebsregister der Bundesländer und in Einzelexemplaren über das BMGS bezogen werden. Die Veröffentlichung als PDF-Datei und die Adressen der Krebsregister sind auf den RKI-Internetseiten zum Thema Krebs (- www.rki.de/KREBS) verfügbar.

Zum Thema Krebsregisterierung erscheinen in der Mai-Ausgabe des Bundesgesundheitsblatts mehrere Beiträge.
(- www.bundesgesundheitsblatt.de)

- Anlage / zwei Tabellen zu Krebs in Deutschland 2000 (PDF-Datei, 35 KB)

 

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