Strategien gegen unser Antifa-Projekt  www.nazis.de ?


Unser Dialogangebot  www.Nazis.de  wird nicht von allen Rechtsextremisten in gleicher Weise geschätzt.

Deshalb verarbeiten unsere Systeme täglich eMail-Bomben und allerlei Dateien, die in Fällen "größerer Hartnäckigkeit" über offizielle Stellen zur jeweiligen IP-Nummer rückverfolgt werden.  Dass dann hier und dort junge Menschen Tränen vergießen, ist NICHT unser Anliegen, aber wir können es nicht  vermeiden, denn zumeist haben wir die "rechten Kameraden" zuvor gewarnt und darauf hingewiesen, dass wir für solche Spielchen nur bedingt taugen.  
Wir wollen für Nazis wirklich "berechenbar" sein, denn dadurch fühlen sie sich "gerecht behandelt" und lernen dazu. 

Vielfach wird missverstanden, warum wir Postings nicht veröffentlichen.  Dafür gibt es verschiedene Gründe. Und es kommt auch vor, dass wir uns irren, aber mit Irrtümern müssen wir alle leben.  Es liegt natürlich auch daran, dass immer wieder einzelne Leute durch fingierte Postings auffallen, was zuweilen "Ausstrahlung" auf ernstgemeinte Postings hat.

Wir wollen Euch mal dokumentieren, wie es zu solchen  "Missverständnissen" kommt. In einem rechtsextremistischen Forum findet sich folgende Empfehlung zum Umgang mit www.nazis.de:

Ich glaube www.nazis.de ist allen bekannt. ... (Redaktion: "freut uns") ...
Eine Idee: durch senden von extrem vielen legalen aber erfundenen Texten könnte man ihre Bearbeitungs- und Beantwortkapazität überlasten. Wenn mehrere Leute jeden Tag einige frei erfundene eBriefe an (forum@nazis.de) schicken (Inhalt: erfundene
Erlebnisse in der rechten Szene, wilde Vorwürfe, Ausstiegshilfe Gesuche usw.) bzw. in ihren Foren plazieren, können sie nicht mehr alle von ihnen beantworten und werden dadurch vollkommen überlastet. Dabei kann man ruhig beim Absender eine falsche eBrief-Adreße angeben (z.B. mit SMTP Programm möglich [nicht für illegale Sachen verwenden da eigentliche Sender mit einigem Aufwand trotzdem ermittelt werden kann). Ab und zu dazwischen eine echte (schnell für diesen Zweck eingerichtete) und die Sache klappt.
Leider nimmt das ziemlich viel Zeit in Anspruch, deswegen wäre ein zufälliger Textgenerator (sowas ist ja ohne weiteres programmierbar und existiert für andere Zwecke ja bereits) wirklich nicht schlecht. Meine Programmierkentnisse sind leider nicht besonders... mal sehen. Aber was haltet ihr von der Idee?


Redaktion:  

Für diesen sicherlich sehr jungen Menschen ist der Streit um Meinungen vermutlich nur "Beschäftigung", nur "Spiel".  Und wir stehen vor dem Problem, wie solchen Menschen geholfen werden kann, denn sie treffen mit ihren "Spielereien" Menschen, auf "Realität" und die wehrt sich mitunter zornig. So wird das Spiel zum bitteren Ernst und aus dem Spieltrieb wird Hass.  Wie können wir rechtzeitig solche Entwicklung anschaulich machen? 

Sein Vorschlag,  ein Programm inklusive Zufallsgenerator für rechte Ängste & Parolen wäre in der Tat eine vortreffliche Illustration rechtsextremistischen Verständnisses von Meinungsfreiheit, aber solch Programmieraufwand lohnt nicht, denn "dumme Fragen" sind doch recht rasch an uns geschrieben :-))  

Die Idee, uns zu überlasten bedarf jedoch nicht ihrer Neuerfindung, aber
so selten beispielsweise die Frage "Was ist eigentlich ein Rechtsextremist?" gemeint ist, so wichtig ist es, sie individuell zu beantworten, denn das Selbstverständnis vieler Rechtsextremisten begreift sich selbst so wenig in der Individualität wie "den Juden", "den Deutschen" etc. 

Auch in den vorgeschobenen "Erlebnissen aus der rechten Szene" steckt  immer mehr Wahrheit, als den Schreiberlingen recht ist,  denn Zuschriften mit Gruselgeschichten, in denen "Kameraden Opfer linker Gewalt" werden oder von "kriminellen, drogendealenden Ausländern" niedergemetzelt werden, bekommen wir seit dem ersten Tag unseres Internetauftritts. Dass viel häufiger der "liebe Papa" für das blaue Auge und die kaputte Seele verantwortlich ist, wird uns ebenso verschwiegen wie dem "Kameraden", solange es geht - und auch dann noch wird es verdrängt und nach anderem "Bösen" gesucht. Darauf machen wir dann aufmerksam und können die Grenze zwischen sinnvollem Engagement und "Zeitverlust" nicht so ziehen, dass wir uns gänzlich gegen unsinnige Beanspruchung schützen könnten. 
So "taktisch" die Zuschriften veranlasst sind,  "wir können immer etwas damit anfangen" und das führt dann tatsächlich zu der bezweckten "Überlastung" unserer Teams.
Im Ergebnis erreichen die "Angreifer" zwar nicht unseren Zusammenbruch, sondern ermüden an unserer "Gutmenschlichkeit", aber Schadenswirkungen hat es für uns dennoch, weil es uns bremst in der systematischen Entwicklung unserer Arbeit, die neben der individuellen Kommunikation mit dem einzelnen Menschen von gleicher Wichtigkeit ist.

Kurzgefasst 

Der Schaden tritt ein und wir können ihn nur auf dreierlei Weise begrenzen: 

a) Schadensbegrenzung dadurch, dass wir uns "Auszeiten vom Dialog" nehmen,
besser noch umgekehrt uns "knappe und feste Zeiten für den Dialog verordnen",

b) Schadensbegrenzung dadurch, dass wir den einen oder anderen Rechtsextremisten erwischen und damit die Generalprävention erhöhen,

c) Schadensbegrenzung dadurch, dass wir Rechtsextremisten auf die E-Mail-Ebene bringen, denn ohne die Öffentlichkeit der Foren verringert  sich die Neigung zur Agitation und der Rechtsextremist erlernt die Kommunikation.

www.nazis.de  ist angreifbar, probiert euch aus. Bislang hatte noch jeder zu lernen, dass  "Blitzsiege"  zumindest nicht jeden "Krieg" entscheiden. 
Wenn du mit uns statt DIALOG lieber "Krieg" spielen möchtest, dann  wirst vielleicht du der erste Mensch, der uns und unsere Art der Offenheit bezwingt :-))

Grüße von Sven
Redaktion

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